Warum ist es wichtig, einem Hund die Krallen zu schneiden?
Die Krallen eines Hundes haben nicht nur eine schützende Funktion, sondern beeinflussen auch seine Beweglichkeit und sein Wohlbefinden. Zu lange Krallen können zu erheblichen gesundheitlichen Problemen führen. Hunde laufen in der Regel auf den Zehen, was bedeutet, dass die Krallen den Boden nicht permanent berühren und sich dadurch nicht von selbst abnutzen. In der Natur nutzen sich die Krallen durch ständige Bewegung auf hartem Untergrund ab. Bei Haustieren, die hauptsächlich auf weichen Böden wie Teppichen oder Gras laufen, geschieht dies jedoch nicht automatisch.
Werden die Krallen zu lang, können sie beim Laufen auf den Boden drücken. Dies führt zu einer unnatürlichen Haltung der Pfoten, was wiederum Schmerzen in den Gelenken verursachen kann. Vor allem ältere Hunde und solche mit bereits bestehenden Gelenkproblemen leiden verstärkt unter zu langen Krallen. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass die Krallen einwachsen oder abbrechen, was zu Verletzungen führt.
Kurzer Überblick über die Risiken zu langer Krallen
Zu lange Krallen bergen verschiedene gesundheitliche Risiken. Einer der häufigsten ist das Einwachsen der Krallen. Hierbei bohrt sich die Kralle in das umliegende Gewebe und verursacht Schmerzen, Entzündungen und in schweren Fällen Infektionen. Ein weiteres Risiko ist das Abbrechen oder Einreißen der Krallen. Besonders bei aktiven Hunden kann es leicht passieren, dass sie an Gegenständen hängen bleiben. Abgebrochene Krallen sind schmerzhaft, bluten stark und benötigen oft tierärztliche Versorgung.
Lange Krallen beeinflussen auch die Körperhaltung des Hundes. Um den Druck auf die Krallen zu vermeiden, nehmen Hunde eine unnatürliche Haltung ein, was zu Fehlstellungen der Gelenke und langfristig zu Gelenkproblemen führen kann. Besonders betroffen sind hierbei die Vorderläufe, die das meiste Gewicht tragen. Zudem können zu lange Krallen den Hund daran hindern, sich angemessen zu bewegen, was zu einem Mangel an Bewegung und Übergewicht führen kann.
Wann sollte man einem Hund die Krallen schneiden?
Grundsätzlich hängt der Zeitpunkt für das Kürzen der Krallen vom jeweiligen Hund ab. Faktoren wie Aktivitätslevel, Alter, Gewicht und Untergrund spielen eine Rolle. Aktive Hunde, die viel auf hartem Untergrund laufen, nutzen ihre Krallen oft ausreichend ab. Bei weniger aktiven Hunden, die hauptsächlich auf weichem Boden unterwegs sind, wachsen die Krallen schneller.
Am besten überprüft man die Krallen regelmäßig alle zwei bis drei Wochen. Eine visuelle Kontrolle kann helfen, festzustellen, ob die Krallen zu lang sind. Dabei sollten die Krallen den Boden im Stehen nicht berühren. Eine Ausnahme bilden die Daumenkrallen an den Vorderpfoten (auch Wolfskrallen genannt), die den Boden nicht erreichen und sich daher nicht abnutzen. Diese müssen besonders regelmäßig geschnitten werden, um ein Einwachsen zu vermeiden.
Anzeichen für zu lange Krallen
Ein deutliches Anzeichen für zu lange Krallen ist ein klickendes Geräusch auf hartem Untergrund, wenn der Hund läuft. Außerdem sollte beobachtet werden, ob der Hund Schwierigkeiten hat, zu laufen oder Treppen zu steigen. Zeigt der Hund beim Gehen eine unnatürliche Haltung, etwa durch das Spreizen der Pfoten oder das Umknicken der Zehen, können zu lange Krallen die Ursache sein. Bei eingewachsenen Krallen leckt oder beißt der Hund oft an seinen Pfoten, was auf Schmerzen oder eine Entzündung hinweist.
Wie oft sollte man die Krallen schneiden?
Es gibt keine pauschale Antwort darauf, wie oft die Krallen geschnitten werden müssen, da dies individuell unterschiedlich ist. Als grobe Richtlinie gilt jedoch ein Intervall von vier bis sechs Wochen. Bei älteren oder weniger aktiven Hunden kann es notwendig sein, die Krallen häufiger zu kürzen. Welpen und junge Hunde, die viel auf weichen Böden spielen, benötigen ebenfalls eine engmaschigere Kontrolle.
Es ist wichtig, den Hund frühzeitig an das Krallenschneiden zu gewöhnen, um Stress zu vermeiden. Positive Verstärkung durch Leckerlis oder Lob kann helfen, das Krallenschneiden zu einem stressfreien Ritual zu machen.
Die richtige Vorbereitung
Geeignete Utensilien: Krallenschere, Krallenzange, Krallenschleifer
Für das Kürzen der Krallen gibt es verschiedene Werkzeuge. Eine Krallenschere (Beispiel: BluePet KrallenSchön) eignet sich gut für kleinere Hunde, während eine Krallenzange für größere, dickere Krallen besser geeignet ist. Ein Krallenschleifer ist ideal, um die Kanten nach dem Schneiden zu glätten und Splitterungen zu vermeiden.
Einen ruhigen Ort schaffen und den Hund vorbereiten
Der Ort zum Krallenschneiden sollte ruhig und frei von Ablenkungen sein. Setze deinen Hund auf eine rutschfeste Unterlage und halte Leckerlis bereit. Spiele vorher mit deinem Hund, um ihn zu beruhigen und eventuelle Nervosität abzubauen.
Tipps für nervöse Hunde
Für nervöse Hunde kann es hilfreich sein, das Krallenschneiden in kurzen, regelmäßigen Trainingseinheiten zu üben. Beginne damit, die Pfoten ohne Schneiden zu berühren, um Vertrauen aufzubauen. Positive Verstärkung, beruhigende Worte und sanfte Berührungen helfen ebenfalls.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Krallenschneiden
Wie man die richtige Länge erkennt
Die Kralle sollte so weit gekürzt werden, dass sie den Boden nicht berührt, wenn der Hund steht. Bei hellen Krallen ist das „Leben“, also der durchblutete Teil, gut sichtbar. Schneide knapp davor. Bei dunklen Krallen schneide vorsichtig in kleinen Schritten.
Was tun, wenn man versehentlich ins „Leben“ schneidet?
Sollte die Kralle bluten, verwende ein blutstillendes Puder oder einen Blutstillerstift. Drücke vorsichtig ein sauberes Tuch auf die Wunde, bis die Blutung gestoppt ist. Beruhige deinen Hund und setze das Schneiden erst fort, wenn der Hund wieder entspannt ist. Noch leichter zu verwenden ist beispielsweise blutstillendes Pulver
Techniken für verschiedene Krallenfarben (helle vs. dunkle Krallen)
Bei hellen Krallen ist das Schneiden einfacher, da das Leben sichtbar ist. Bei dunklen Krallen tastet man sich langsam heran und kürzt in kleinen Schritten. Wenn ein schwarzer Punkt in der Mitte der geschnittenen Kralle erscheint, nähert man sich dem Leben.
Natürlicher Abrieb durch Spaziergänge auf hartem Boden
Eine der einfachsten und natürlichsten Möglichkeiten, die Krallen eines Hundes zu pflegen, ist der Abrieb durch regelmäßige Spaziergänge auf harten Oberflächen. Asphalt, Beton oder Kies bieten genügend Widerstand, um die Krallen eines Hundes auf natürliche Weise abzunutzen. Besonders Hunde, die viel auf Straßen oder in städtischen Gebieten spazieren gehen, können oft eine natürliche Abnutzung ihrer Krallen erfahren, ohne dass eine manuelle Pflege notwendig ist.
Allerdings hängt dieser Abrieb von mehreren Faktoren ab. Zum Beispiel ist der Abrieb weniger ausgeprägt, wenn der Hund hauptsächlich auf weichen, natürlichen Böden wie Gras oder Sand läuft. Auch die Länge und Dicke der Krallen spielen eine Rolle. Bei manchen Hunderassen, die besonders harte Krallen haben, kann der natürliche Abrieb möglicherweise nicht ausreichen, um die Krallen in einem optimalen Zustand zu halten.
Es ist auch wichtig zu beachten, dass junge Hunde, die noch nicht so viel auf hartem Boden laufen, tendenziell weniger Abrieb erfahren. In solchen Fällen sollte die Krallenpflege zusätzlich durch manuelle Methoden erfolgen, um Probleme zu vermeiden.
Krallenschleifer als schonende Alternative
Krallenschleifer bieten eine alternative Möglichkeit zum klassischen Krallenschneiden. Sie sind eine schonende Methode, um die Krallen eines Hundes abzufeilen, ohne dass dabei das Risiko besteht, zu viel abzuschneiden und in den empfindlichen Bereich der Kralle zu gelangen. Ein Krallenschleifer funktioniert in der Regel mit einem rotierenden Schleifkopf, der die Kralle sanft abträgt. Diese Methode kann für Hunde angenehmer sein, da der Druck auf die Kralle nicht so direkt und intensiv ist wie bei einer Schere oder einem Krallenschneider. Ein besonders leise und schonendes Modell ist der Casfuy superleise Schneider
Wichtig bei der Nutzung eines Krallenschleifers ist, die richtige Geschwindigkeit und den richtigen Winkel zu wählen, um Überhitzung der Kralle und Schmerzen zu vermeiden. Es ist ratsam, den Schleifer zunächst auf niedriger Geschwindigkeit zu verwenden, um den Hund daran zu gewöhnen und die Krallen nicht zu schnell zu schleifen. Es kann auch hilfreich sein, den Krallenschleifer in kurzen Intervallen zu verwenden, um eine Überhitzung der Kralle zu verhindern.
Krallenschleifer sind besonders bei Hunden mit empfindlichen Krallen von Vorteil. Auch bei Hunden, die eine starke Abneigung gegen das Schneiden haben, kann dies eine stressfreie Alternative sein.
Zu kurz schneiden und Schmerzen verursachen
Einer der häufigsten Fehler bei der Krallenpflege von Hunden ist das zu kurze Schneiden der Krallen. Wenn die Kralle zu nah am sogenannten „Quick“, der blutgefüllten Region der Kralle, geschnitten wird, kann dies zu erheblichen Schmerzen führen und sogar Blutungen verursachen. Der Quick ist bei hellen Krallen besonders sichtbar, während er bei dunklen Krallen schwerer zu erkennen ist.
Es ist wichtig, nur den Teil der Kralle zu schneiden, der tatsächlich über den Boden hinauswächst. Das bedeutet, dass der Hund regelmäßig kontrolliert werden muss, um den genauen Stand der Krallen und den Bereich des Quick zu bestimmen. Es gibt spezielle Krallenschneider, die mit einem Abstandshalter ausgestattet sind, um das Risiko des zu kurzen Schneidens zu minimieren. Trotzdem sollten Hundehalter bei Unsicherheit immer lieber etwas weniger abschneiden, um Komplikationen zu vermeiden.
Ein zu kurzes Schneiden kann zu dauerhaften Schäden an der Kralle führen, insbesondere wenn der Quick wiederholt verletzt wird. In schweren Fällen kann dies auch zu Infektionen oder anderen gesundheitlichen Problemen führen. Daher ist es besser, öfter zu schneiden und dabei vorsichtig vorzugehen, anstatt zu lange zu warten und möglicherweise zu viel abzuschneiden.
Ungeeignete Werkzeuge verwenden
Die Wahl des richtigen Werkzeugs für die Krallenpflege ist entscheidend. Viele Hundehalter greifen aus Bequemlichkeit oder aus Mangel an Wissen zu unspezifischen Werkzeugen, wie zum Beispiel normalen Nagelscheren oder scharfen Haushaltswerkzeugen. Diese sind jedoch nicht für den Gebrauch an Hundekrallen geeignet und können sogar mehr Schaden anrichten als Nutzen.
Für das sichere Schneiden von Hundekrallen gibt es speziell entwickelte Krallenschneider. Diese sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich, etwa als Scheren- oder Guillotine-Modelle. Die Scherenmodelle sind besonders für kleinere Hunde geeignet, während die Guillotine-Modelle für größere Hunde mit stärkeren Krallen besser geeignet sind. Beide Varianten bieten mehr Kontrolle und Präzision, was das Risiko des Fehlschneidens verringert.
Ein weiteres wichtiges Kriterium bei der Auswahl eines Werkzeugs ist die Schärfe. Ein stumpfes Werkzeug erfordert mehr Kraftaufwand und kann dazu führen, dass die Kralle mehr gequetscht als geschnitten wird, was wiederum Schmerzen verursachen kann. Es ist daher ratsam, die Krallenschneider regelmäßig auf ihre Schärfe zu überprüfen und sie gegebenenfalls nachzuschärfen oder auszutauschen.

Den Hund nicht richtig fixieren
Ein weiterer häufiger Fehler bei der Krallenpflege ist das mangelnde Fixieren des Hundes. Viele Hunde haben eine natürliche Abneigung gegen das Schneiden der Krallen, da sie sich unwohl oder sogar bedroht fühlen. Wenn der Hund sich während des Schneidens bewegt, besteht die Gefahr, dass das Werkzeug abrutscht und die Kralle verletzt wird.
Es ist wichtig, den Hund während des Krallenschneidens richtig zu fixieren. Dies bedeutet, dass der Hund entweder ruhig auf einem stabilen Untergrund sitzen sollte oder in einer Position gehalten wird, in der er sich nicht zu sehr bewegen kann. Bei ängstlichen oder unruhigen Hunden kann es hilfreich sein, sie sanft in eine Decke zu wickeln oder einen Helfer zu haben, der den Hund ruhig hält.
Je nach Temperament des Hundes kann auch eine Trainingseinheit vor dem eigentlichen Schneiden notwendig sein. In solchen Trainingseinheiten kann der Hund daran gewöhnt werden, dass seine Pfoten berührt werden, ohne dass gleich die Krallen geschnitten werden. Dies hilft, die Angst des Hundes abzubauen und den Vorgang angenehmer zu gestalten.
Regelmäßige Krallenpflege
Die regelmäßige Pflege der Krallen ist von entscheidender Bedeutung für die Gesundheit eines Hundes. Übermäßig lange Krallen können zu einer falschen Haltung führen, was sich negativ auf die Gelenke auswirkt. Hunde mit zu langen Krallen haben zudem ein höheres Risiko für Verletzungen, da sie sich in Teppichen oder bei Sprüngen leicht verhaken können.
Es wird empfohlen, die Krallen eines Hundes mindestens alle 3 bis 4 Wochen zu überprüfen und zu kürzen. Bei Hunden, die regelmäßig auf harten Oberflächen laufen oder durch natürliche Abriebprozesse die Krallen abnutzen, kann dieser Intervall etwas länger sein.
Wenn Sie sich unsicher fühlen oder der Hund sehr ängstlich ist, können Sie jederzeit einen Tierarzt oder einen professionellen Hundefriseur um Hilfe bitten. Ein Fachmann kann nicht nur sicherstellen, dass die Krallen richtig geschnitten werden, sondern auch Tipps und Techniken für die richtige Pflege geben.